Den ersten Versuch habe ich 2012 gemacht. Anfang März stand für mich fest, ab heute vegetarisch. Ich hatte zu der Zeit Urlaub und habe mich intensiv mit der Frage nach einer für mich passenden Ernährung beschäftigt und dabei stößt man nach kurzer Zeit unweigerlich auf viele Texte, Videos und Bilder, die die grausame Realität hinter unseren tierischen Nahrungsmitteln zeigen.
Nach 14 Tagen vegetarisch bin ich auf vegan umgestiegen, weil mir "nur" vegetarisch als nicht ausreichend erschien. Ich wollte auch einfach mal testen, ob ich mit dem "Verzicht" leben kann und stellte fest, es ging ganz leicht. Kochen machte mir schon immer Spaß, jetzt noch mehr, ich habe viele leckere Alternativen ausprobiert, die ich vorher nicht kannte oder einfach nicht probieren wollte (Soja, Tofu, Hefeschmelz.....), ich war erstaunt, dass man ohne Milch und Ei super backen kann und wieviel ich schon zuvor vegan gegessen hatte ohne es zu wissen.
Körperlich hat es auch einiges bewirkt, ich habe innerhalb von 5 Monaten 15kg abgenommen, ohne zu hungern, im Gegenteil, ich habe mehr gegessen als jemals zuvor. Meine Haut wurde reiner, ich hab mich besser gefühlt, war nicht mehr einmal im Monat erkältet und meine Verdauung wurde auch besser.
Warum hab ich dann unterbrochen? Im August fanden wir heraus, dass ich schwanger bin. 15.SSW, die Anzeichen fielen mit der Ernährungsumstellung zusammen, somit habe ich es gleich bemerkt, bzw den Hunger, die ausbleibende Regel (zumal ich noch nie monatlich meine Tage hatte), die anfängliche Müdigkeit auf die Umstellung geschoben. Nun denn, mein Gynäkologe riet mir dringend zu vegetarischer Ernährung und am besten dazu einmal wöchentlich Fisch zu essen. Ich habe auf ihn gehört und je weiter die Schwangerschaft fortschritt, desto mehr Gelüste kamen auf, wodurch ich dann wieder omni wurde...
Jetzt habe ich im Oktober 2013 wieder auf vegan umgestellt und prompt purzelten die Schwangerschaftspfunde wieder. Inzwischen habe ich mich natürlich noch intensiver mit der Thematik auseinander gesetzt und würde bei einer erneuten Schwangerschaft trotzdem weiterhin vegan essen. Das schadet nämlich garnicht! Meine Tochter bekommt von mir hauptsächlich veganes Essen mit wenigen vegetarischen Ausnahmen (Folgemilch, mal ein Joghurt, ein Stück Käse oder einen "normalen" Keks). Bei Oma und Papa wird sie wahrscheinlich auch alles andere probieren wenn ich nicht hinschaue... ich will nur nicht, dass der Verzehr von tierischen Produkten für sie selbstverständlich ist. Wenn sie älter ist, darf sie selbst entscheiden was sie möchte, und ich werde sie vorwurfsfrei lieben egal was sie essen möchte.
Vegan hat für mich viel mit Toleranz und Respekt vor allem Leben zu tun, deswegen respektiere ich auch jede andere Ernährung und bin kein Missionar oder extremer Hardcore Veganer, das passt für mich nicht zusammen. Man kann die Menschen nicht zwingen die Wahrheitspille zu schlucken, man kann nur zum Denken anregen und vorleben, dass vegan nicht bloß körneressen, Plakate schwingen, Hetzreden halten und Einbruch in Farmen ist.
Für mich ist es das friedliche harmonische Zusammenleben und die Ehrfurcht vor der Welt in der wir alle leben... und natürlich total lecker; )
Freitag, 6. Dezember 2013
Warum vegan?
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